MM“-Stadtgespräch: So hart diskutieren die Bundestagsabgeordneten miteinander

Seit etwas mehr als einem Jahr sind die Mannheimerinnen und der Mannheimer nun schon Mitglied im Deutschen Bundestag. Dass sie in unterschiedlichen Ausschüssen Mitglied sind, Sekmen im Wirtschaftsausschuss, Cademartori unter anderem im Verkehrsausschuss, Stockmeier im Ausschuss für Klimaschutz und Energie und Akbulut im Familienausschuss, sehen sie als Vorteil an. „Wir haben uns geschickt aufgeteilt, das ist auch gut für Mannheim“, sagt Cademartori

Die vier Mannheimer Bundestagsabgeordneten Isabel Cademartori (SPD), Melis Sekmen (Grüne), Konrad Stockmeier (FDP) und Gökay Akbulut (Linke) stellten sich im „MM“-Stadtgespräch am Dienstagabend in der Kinder- und Jugendbibliothek im Dalberghaus den Fragen von „MM“-Chefredakteur Karsten Kammholz und dem Leiter der Stadtbibliothek Yilmaz Holtz-Ersahin.

Es ging an diesem Abend natürlich um die großen Themen die aktuell alle Bürgerinnen und Bürger in Deutschland beschäftigen, allem voran der Krieg in der Ukraine und die immer weiter steigenden Preise.

Dass vor dem Hintergrund des Kriegs und hoher Inflation die Menschen andere Sorgen haben als den Klimaschutz, wie es eine kürzlich veröffentlichte Umfrage nahelegt, kann Sekmen nachvollziehen. Cademartori unterstreicht: „Kurzfristig müssen wir die Bürger entlasten, langfristig dürfen wir den Pfad in Richtung Klimaschutz nicht verlassen.“ Beim Thema Entlastung gehen die Meinungen auseinander. Während Sekmen betont, dass Geld endlich sei und man sich nicht von Entlastungspaket zu Entlastungspaket hangeln könne, hält Akbulut die Maßnahmen für unzureichend. „Immer mehr Menschen rutschen in Armut ab und driften politisch an den rechten Rand.“ Stockmeier verteidigt derweil den Abwehrschirm über 200 Milliarden Euro zur Dämpfung der Energiekosten. „Wir verhindern volkswirtschaftliche Schäden, die noch höher liegen würden.“

Aber auch Fragestellungen und Anregungen aus dem Publikum kamen nicht zu kurz und so sorgten unter anderem fehlende Kita-Plätze oder mangelnde Unterstützungen für Vereine und öffentliche Institutionen für viel Diskussionsstoff.